Dass Mozart einer der grössten Komponisten der Musikgeschichte ist, lässt sich nicht bestreiten. Dieser Umstand führt auch dazu, dass sich Komponisten bis in die heutige Zeit immer wieder von Mozart inspirieren lassen. Einige tun dies heimlich oder gar unbewusst, andere aber nehmen sich die Freiheit, ganz ungeniert vom Einfallsreichtum Mozarts zu profitieren. Zwei dieser Komponisten, welche auch ohne Mozarts Musikvorlagen zu den Erfolgreichsten des 20. Jahrhunderts gehören stehen am Anfang des Konzerts. Jan Koetsier entschied sich für Variationen über ein Thema aus der Zauberflöte. Jean Francaix wagt sich noch etwas weiter, einerseits in der Besetzung, denn Solowerke für Kontrabass sind selten zu hören, andererseits auch in Bezug auf das musikalische Material. Während der Solist eine Arie aus Don Giovanni verarbeitet, begleitet ihn das Ensemble nämlich mit Musik aus anderen Werken wie zum Beispiel Carmen von Bizet. Aber wenn ein Komponist dies unter einen Hut bringt, dann bestimmt Francaix, der ein Meister der locker charmanten und ironisch witzigen Klänge für Bläserensemble ist!
Im zweiten Teil lassen wir den Meister persönlich sprechen, dies mit dem Meisterwerk für Bläserensemble schlechthin. Mozarts Serenade in B-Dur ‚Gran Partita’ ist in mehrfacher Hinsicht eine Besonderheit. Da ist zum einen die Länge des Werks, welche mit 45 Minuten sogar seine Jupiter-Sinfonie um fast 10 Minuten überragt und zum anderen die Besetzung, welche die klassische Harmonie um zwei Bassetthörner, zwei zusätzliche Hörner und Kontrabass erweitern. Was typisch bleibt für Mozart ist sein Einfallsreichtum und seine hohe Kunst der Instrumentierung.
‚Alles Mozart oder was?‘ – Nicht nur, aber an ihm führt eben doch (fast) kein Weg vorbei!
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